Immobilien Finanzieren – Was ändert sich 2016?

20. Januar 2016 | ATIS Administrator

2016-01-01Die Zinsen sind nach wie vor niedrig – und die Verlockung, eine Immobilie zu kaufen bzw. zu finanzieren, groß. Aber Vorsicht: Ab März 2016 tritt eine Richtlinie in Kraft, die die deutsche Immobilienfinanzierung neu regelt.

Eine Immobilie zu kaufen ist für die meisten Privatpersonen häufig eine große und schwere Entscheidung mit entsprechender Tragweite: Denn wer sich dazu entschließt, eine Wohnung, ein Grundstück oder ein Haus zu erwerben, geht in der Regel immer über einen langen Zeitraum eine finanzielle Verpflichtung ein.

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat wollen den Immobilienmarkt EU-weit harmonisieren und Verbraucher vor künftigen Unwägbarkeiten wie einer möglicher Pfändung oder Zwangsvollstreckung schützen. Die dazu gehörige EU-Richtlinie für Wohnimmobilienkredite ist in Brüssel bereits verabschiedet und wird nun bis März 2016 in deutsches Recht umgesetzt.

Was bedeutet das im Einzelnen?

Immobilienfinanzierung in Deutschland

Bislang überwiegen in Deutschland langlaufende und festverzinsliche Wohnimmobilienkredite. Dabei legt sich ein Käufer – was die Zinsen angeht – für 10, 15 oder 20 Jahre fest. Sein Vorteil bei dieser Art der Festschreibung: Er kann langfristig planen, welche Belastungen in Form von Zinsen und Tilgungen auf Ihn zukommen – und er genießt einen Schutz vor unerwarteten Zinserhöhungen innerhalb der festgelegten Laufzeit.

Im Falle einer Kündigung des Darlehensvertrags oder bei vorzeitiger Rückzahlung des Darlehensbetrags durch den Immobilenkäufer verlangen die Banken hierzulande eine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung. Diese wird in Ländern, wo bei Baufinanzierungen keine Zinsbindung sondern variable Zinsen verlangt werden, nicht erhoben. In diesen Ländern ist im Vergleich jedoch auch der Zinsatz höher – und für den Käufer entfällt die langfristige Planungssicherheit im Vergleich zu einem Käufer in Deutschland.

Änderung durch die neue EU-Richtlinie

Eins vorweg: Die unbeliebte Vorfälligkeitsentschädigung wird weiterhin Bestand haben. Allerdings werden im Zuge der neuen Regelungen neue Spielräume zum Thema Darlehenskündigung eröffnet. Denn durch neue Informations- und Prüfpflichten, die Kreditinstitute künftig erfüllen müssen, ergeben sich auch einige Auswirkungen auf die Kunden.

Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Strengere Prüfung der Kreditwürdigkeit durch die Banken
  • Banken müssen die Prüfung nachweisen können
  • Fehlt dieser Nachweis, kann der Kunde seinen Kreditvertrag jederzeit kündigen ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen
  • Bonitätsnachweis wird für den Kunden aufwendiger
  • Chance auf Abweisung höher
  • Immobilen-Darlehensvermittler haben ihre Sachkunde regelmäßig nachzuweisen und sich im Vermittlerregister der Industrie- und Handelskammer zu registrieren
  • Berufshaftpflicht für Immobilen-Darlehensvermittler vorgeschrieben
  • Immobilen-Darlehensvermittler dürfen keine Koppelgeschäfte (Kombination mit anderen Finanzprodukten wie Aktien oder Wertpapieren) mit Ausnahme von Bauspar- oder Riester-Sparverträgen anbieten
  • Widerrufsrecht der Kunden bei neu abgeschlossenen Immobilienkrediten im Fall fehlerhafter Widerrufsinformationen zeitlich begrenzt auf maximal 12 Monate und 14 Tage
  • EU-weite Berechnungsgrundlage des effektiven Jahreszinses

Haben Sie Fragen zur neuen EU-Richtlinie oder zur Finanzierung Ihres Immobilentraums? Fragen Sie uns, wir sind jederzeit für Sie da!

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